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Logbuch der Anthana << aktueller Logbucheintrag


30.04.2007weitere Bilder in der Galerie  
Lat 54° 57,8' N      Lon 010° 09,9' E
Mit dem Parasail hoch am Wind - entspannt mitsegeln nach Sonderburg
Der DWD meinte, wir hätten heut NW 2-3, ostdrehend zunehmend 4, später SO 3-4.

Wir laufen um 1130 aus, sehen zwischen Lyö und Avernakö 3 Schweinswale ganz ruhig ihre Bahn ziehen und setzen aufgrund des Nord drehenden WIndes das Groß und Parasail. Zwischendurch immer mal wieder Flaute - doch mit viel Geschick können wir all die anderen Yachten mit ihren Spi-Versuchen stehen lassen. Später drehen wir auf Westkurs ab um Bredgrund nördlich zu passieren und können das Parasail hoch am Wind stehen lassen. Achtern kommt eine Yacht auf und wir ... sind halt nur 2.ter Sieger. Kurz vor Middelgrund bergen wir das Parasail und laufen mit Genua und Groß bis kurz vor die Ansteuerung Sonderburg - um 1700 sind wir bereits beim Anleger.

Die Crew empfand den Segeltörn so:
Morgentoilette in Faborg - naja, die Sanitäreinrichtungen versprühen den Charme einer besseren Bahnhofstoilette. Dafür entschädigt uns das Frühstück im Freien mit frischen Brötchen und Rührei (Dank an Claudia!). Auslaufen ohne die üblichen Behinderungen aber dafür ziemlich schwachwindig. Thomas Glänzen in den AUgen verrät, dass sein Lieblingsspielzeug alsbald zum Einsatz kommt. Also, Leinen klar, Parasail angeschlagen und los. Willenloser Gehorsam der Crew lassen das/die Manöver excellent klappen. Aber der Wind will unsere Bemühungen unbedingt zunichte machen und legt sich erstmal schlafen. Ratlose Manöverversuche auch auf anderen Yachten. ABer dann, als wenn einer aufs Gaspedal tritt, geht es plötzlich wieder los. Gerd gibt sein Bestes und wäre fast zum Held des Tages gekürt worden, wenn nicht eine Frauencrew uns in Luv locker überholt hätte. Das weckt den sportlichen Ehrgeiz der Anthana und die Crew gibt alles. Der Bessere ist am Ende immer der Sieger. Die ANthana belegt immerhin den zweiten Platz (von 2 Yachten). Abends in Sonderburg wird zu viert geschnippelt, denn der Skipper kündigt sein Lieblingsgericht an: Paella.


29.04.2007weitere Bilder in der Galerie  
Lat 55° 05,631' N      Lon 010° 14,375' E
Segeltörn Laboe - Fraborg/DK oder Die Milch macht es
Auch heute stimmt die Vorhersage des DWD nicht: Statt N-NO um 3, später NO-O 5-6, haben wir eben später SO um 2, sodass wir weite Teile des Etmals unter Parasail zurück legen. Da wir erst verspätet auslaufen (1230) können wir mit dem wenigen Wind erst um 2040 in Fraborg fest machen.

Die Crew sieht den Tag so:
Geweckt durch die Cappucciono-Maschine; Morgentoilette im komfortablen Hafen Baltic Bay; Super-Frühstück im Cockpit am "langen" Tisch; Ablegen geplant für 1000. Aber dann... Kurz vorm Ablegen wollte Jens unbedingt die Yacht noch näher kennen lernen und flutet den Boden mit Milch! Dadruch bedingt durften endlich sämtliche Bodenbretter entfernt werden. Nachdem die Yacht 2 Stunden gefeudelt wurde, konnten wir ablegen und rauschten mit östlichen Winden um 4 gen Norden. Aufgrund des verspäteten Auslaufens wurde das Ziel von Svendborg auf Fraborg reduziert. Im Laufe des Nachmiitags fluate der Wind auf 2 Bft. ab. Nun kam Thomas s Spielzeug ins Spiel: nur noch 3,5 Stunden brauchten wir mit Parasail bis zur Ansteuerung Fraborg bis wir dann um 2040 zum Anleger übergehen konnten. Einstimmiger Beschluss der Crew: Jens bekommt keine Milch mehr! >Dafür neues Problem: Abendliches Kochen an Bord, Vorbereitungen laufen auf vollen Touren - Italienischer ABend mit Grappa, Salat, Pasta und Sauce - Aber, wo sind die Nulden? Die ALDI-Fraktion hat ihren Zettel nicht abgearbeitet, Nachbaryacht kann uns nicht helfen, Geschäfte sind geschlossen - also muss der Reis es tun! Nein, Detlef opfert sich auf: 1 Stunde später hat er Nudeln dabei. EIne Einheimische hat ihm geholfen - über die Gegenleistung schweigt er sich aus. Er sagt schlicht: Dänen sind nette Menschen. Motto des Tages: Wenn einer einen Fehler macht, freuen sich die anderen.


28.04.2007weitere Bilder in der Galerie  
Lat 54° 34,0' N      Lon 010° 20,5' E
Auftakt zum Schnuppertörn in die Dänische Südsee
Tja, der Logbuch-Schlamperei im Web ein Ende setzen und es wieder aktuell führen - also: Der Wind ist mit N-N= 3-4, später NO-O 5-6 vorhergesagt. Um 1030 beginnt die Sicherheitseinweisung; um 1200 besprechen wir den Einkauf und führen ihn anschließend durch, sodass wirf um 1400 mit dem Teil 2 der Sicherheitseinweisung fortführen können. Gegen 1500 Brückenpassage und erstmal nur die Genua gesetzt - später hoch am Wind auch das Groß. Abends in Laboe genießen wir die Fischküche.

Die Crew sieht es so:
Auftakt Schnuppertörn - jede Menge Sicherheitseinweisung und wer kauft was (Chaos vorprogrammiert!), Lebensmittel bunkern und endlich los! Tolles Wetter, erste Schläge in der Kieler Bucht und abends standesgemäß neben der Solaris (72 Fuß) in Laboe festgemacht. In Eile Fußmarsch zur Fischküche (toller Tipp vom Skipper) und vor allem originelle Küchenorganisation (blinkender Chip sagt Essen ist fertig). Danach das Einlaufbier bei 10° C im Freien. Motto des Tages nach Betrahctung der Yachten im Hafen: Sei mal nicht traurig, das Geld ist nicht weg, es hat nur ein anderer!


10.09.2006weitere Bilder in der Galerie  
Lat 54° 30,457' N      Lon 010° 15,1' E
zweiter Tag des Schnuppertörns - zurück von Laboe nach Kiel
Wind gibt es nicht allzu reichlich - der DWD spricht von umlaufend 2, später Ost 3 - so frühstücken wir lang und gemütlich und laufen erst um 1115 aus: vorbei am Leuchtturm Kiel nordwärts gerichtet. Später bekommen wir tatsächlich 3 Beaufort aus Ost, wenden an der o.g. Position und segeln zurück nach Kiel. 64 sm für die Mitsegler bei diesem Schnuppertörn - Spaß hat es allen gemacht - s. Gästebuch der Mitsegler.


09.09.2006weitere Bilder in der Galerie  
Lat 54° 18,7' N      Lon 010° 08' E
Segeltörn zum Schnuppern - Schnuppertörn genannt
Heute beginnt ein neuer Schnuppertörn, der 2 Tage dauert - insgesamt 6 Schnuppertörns über 2 Wochen verteilt - da habe ich als Skipper so meine Mühe, die Daten auf dem Laufenden zu halten ... Aber keine Sorge ihr lieben Mitsegler, alle Daten werden über die nächsten Tage verteilt hier noch nachgetragen... bestimmt noch vor Ende Oktober 2006 Am heutigen Tag konnten wir noch vor dem Auslaufen die Drachenbootrennen in der Kieler Hörn bewundern; danach sind wir am Leuchtturm Kiel Kurs Aeroe gelaufen und sind dann irgendwann umgekehrt um in Laboe - Baltic Bay - fest zu machen; insgesamt 34 sm bei schönstem Wetter.


08.09.2006weitere Bilder in der Galerie  
Lat 54° 18,7' N      Lon 010° 08' E
Segeltörn Laboe-Kiel mit einem vorläufigen Rückblick der Crew
Was soll ich groß schreiben für das kleine etmal Kiel-Laboe? Der DWD sprach von NW 6, abnehmend 5 und einzelnen Schauerböen. Wir hatten nur NW 5 ohne Schauerböen und sogar mit Sonne. Von der Crew erhielt ich ein Logbuch der besonderen Art für die erste Woche des Segeltörns Kiel-Göteborg-Kiel:

Segeltörn Kiel-Göteborg im August 2006

Tag 1 Samstag, 26.8.06
Kiel – Laboe

Voller Vorfreude und Spannung treffen wir 5 Crewmitglieder mittags auf der Anthana ein. Es macht sich zugleich ein angenehmes Gefühl breit - wir werden zusammen mit dem Skipper eine prima Truppe. Und der erste Eindruck von der Anthana läßt keinen von uns Ankömmlingen kalt - eine sehr schöne und komfortable Yacht, auf der es sich entspannt segeln lässt. Die Kenner unter uns entdecken z.B. sofort die elektrische Toilette (ohne Handpumpe), den großzügigen Salon, bequeme Betten (mit thematisch passender Leuchtturm-Bettwäsche) und eine super ausgestattete Pantry (da gabs sogar ´nen Eierpicker). Den ganzen Stolz des Skippers bekommen wir auch gleich vorgeführt: die neue Cappuccino-Maschine! Wir erkennen sofort die Prioritäten: Erst die Einweisung in die Bedienelemente dieses Schätzchens incl. Degustation, danach Sicherheitseinweisung und Bunkeraktion. Um 19 Uhr legen wir spontan ab und passieren die Hörnbrücke Richtung Laboe. Die 7sm bis Laboe und der folgende Abend in einer Tapas-Bar reichen Andrea (des Skippers Partnerin) aus, um uns über die Gottgleichheit eben diesen Mannes zu desillusionieren. Bis zum Ende des Törns hat er tatsächlich nur zwei Dinge erfolgreich verteidigen können: seinen Navigationstisch und die Skipper-Cappuccinotasse. Gönnen wir ihm diese kleinen Erfolge.

Tag 2 Sonntag, 27.8.06
Laboe – Korsør

Der Navi-Cursor wandert Richtung Korsør (72sm). Um 9 Uhr in der Früh legen wir ab und setzen die Segel. Besonders der Anfang ist windig. Bei achterlichem Wellengang sind 3-4 Crewmitglieder ziemlich angeschlagen. Prophylaktisch geben wir die Parole aus „Gekotzt wird nach Lee.“ Schön zu erleben, dass sie sich in der Praxis bewährt. Und auch, dass abends bei Nudeln und Tomatensoße wieder alle kräftig zulangen. Noch in den letzten Minuten beim Anlaufen des Hafens von Korsør kommt uns vor der großen Belt Brücke eine verdammte Fähre in die Quere. So heißt es spontan noch zwei Wendemanöver fahren. Da zeigte sich, wie fit wir noch alle sind. Nach erfolgreichem Durchführen des „Manövers des letzten Augenblicks“ steuerten wir schnurstracks auf die gewünschte Hafeneinfahrt zu. Nach 72 windigen sm sei es uns gegönnt. Auch im Hafen von Korsør verfolgen uns die achterlichen Wellen und plätschern laut gegen das Heck. Mit einstimmigem Beschluss wenden wir bei Dunkelheit am Anleger von Steuerbord auf Backbord, damit auch die Crewmitglieder in den Achterkabinen gut schlafen können. Wir führen folgende Rituale ein: Erst in Ruhe einen „Anleger“ trinken, dann lecker kochen und die Eindrücke des Tages in einer Feedback-Runde sammeln. Leider können wir heute nicht auf Deck sitzen, es ist zu kalt. Trotzdem klingt der Abend in fröhlicher Runde zusammen aus (3x 5 Liter Fässer Rotwein, Alster, Radler, 3 Flaschen Weißwein, Baileys, Portwein usw.).

Tag 3 Montag, 28.8.06
Korsør – Ballen

Wir nehmen Kurs auf Ballen und segeln flott mit wahnsinnigen 11,5 kn (Fahrt durch Wasser) durch die Große Belt Brücke – was für ein Bauwerk! Der Wind ist uns wohlgesonnen, flaut aber gegen Abend ab. Auch wenn damit nicht bei allen das volle Segelvergnügen eintritt, manchen Magen freuts. Heute bekommen wir auch einen Vorgeschmack auf die Zuverlässigkeit der Seewetter-Vorhersagen: Der Wetterdienst äußert eine Idee, verbreitet sie, passt sie im Tagesverlauf zeitversetzt den tatsächlichen Geschehnissen an und hat damit abends 100% Trefferquote. Wir sind von soviel Professionalität beeindruckt. In Ballen finden wir einen sehr schönen Liegeplatz. Nur die Strom-Zapfsäule erweist sich als etwas schwach auf der Brust, wir müssen im Sekunden-Takt die Sicherung ´reindrücken. Dafür gibt´s großes Hafenkino: Die dänische Marine ist zu Gast, und wir kommentieren sämtliche Aktivitäten an Deck. Nur die Frage nach der Konfektionsgröße der weiblichen Schnuckelmaus in Marineuniform bleibt bis zum Schluss offen. Wir sehen den ersten Badegast ins kalte Wasser staksen und überlegen, wie wohl seine Begegnung mit den vorhandenen Schwärmen Feuerquallen sein wird. Ungefragt werden wir ins Päckchen genommen, die Crew des Excontainers lässt mal gleich Taten sprechen. Währenddessen kümmert sich der Skipper intensiv um das Wohlergehen der Crew. Dank Autopilot am Tag ist er so ausgeruht, dass er das Zubereiten seiner Paella nicht nur wortreich zelebriert, sondern auch den Kochlöffel schwingt. Wir geben ihm das Gefühl, andächtig zu lauschen, und übernehmen das unqualifizierte Schnippeln der Zutaten. Die Paella ist dann in der Tat köstlich, wir essen auf Deck und genießen den Blick auf Regenbogen und Sternenhimmel. Die Stimmung ist so prächtig, dass unsere Nachbarn vom Excontainer neidisch fragen: „Könnt ihr auch segeln oder feiert ihr nur?“ Unverständlicherweise löst dies bei uns eine erneute Heiterkeitswelle aus.

Tag 4 Dienstag, 29.8.06
Ballen – Grena

Anfangs noch Windstärke 3-4, dann abfallend. Unser Skipper hat schon einige Male vom Parasail geschwärmt, welches er gerade gekauft hat und mit uns testen möchte. Er braucht nur noch das ok von seinem Bauch. Der lässt sich aber so lange Zeit, bis die Flaute da ist. Trotzdem ziehen wir das Parasail auf. Konzentriert wird das Vorgehen und jeder Handschlag besprochen, wir sind alle gespannt und kribbelig. Mit dem Hochziehen der „Tüte“ geht die „Sonne“ auf. Atemlose Stille an Bord, wir sind total gebannt vom Anblick des sich in Zeitlupe bauschenden Segels. Mit einer unglaublich sanften Stimme gibt der Skipper Anweisungen zum Regulieren des Parasails, wir sind völlig fasziniert. Die Flaute hält zwar an, doch wir sind hartnäckig und zeitweise schaffen wir sogar 5 kn (Fahrt durchs Wasser) – dank der hervorragenden Anweisungen vom Rudergänger und den tollen Ausführungen der Anweisungen durch die eingearbeitete Crew. Doch nach einiger Zeit müssen wir das Segel wieder einholen und unter Motor weiter fahren. Die Zeit drängt. In der Ferne sehen wir Schweinswale. Vor Grena findet gerade strategisch günstig vor der Hafeneinfahrt eine Regatta statt. Unser Anlegemanöver scheint ausreichend Hafenkino zu bieten, der Herr im weißen Bademantel fixiert uns mit unbewegter Mine. Und Wiedersehen macht Freude: Der Excontainer ist auch da! Nach Abendessen auf Deck (heute sind Nudeln mit Schafskäsesoße im Angebot) löscht unser Skipper beim Überspielen auf den PC mutwillig kompromittierende Fotos des Tages. Zerknirscht bietet er uns von seiner Ritter Sport Weiße Voll-Nuss an, und das deutet auf ein wirklich schlechtes Gewissen hin. Wir wissen nicht wie, aber Stefan meint, er könne die Fotos vielleicht später „wiederholen“. Die Stimmung bleibt also prima. Wie gut, von verschiedenen Fachrichtungen Profis an Bord zu haben.

Tag 5 Mittwoch, 30.8.06
Grena – Laesø

Einige Leichtsinnige unserer Crew hatten dem Skipper am Vorabend zugesagt, um 8 Uhr klar zum Ablegen zu sein. Also Ablegemanöver und Diesel bunkern schon vor dem Frühstück, bis Laesø ist es ja weit. Nicht nur der Skipper hat verschlafen, und weder wir noch die Anthana ist wirklich „klar“ zum Auslaufen. Frühstück auf Deck, wie wir es geplant hatten, geht leider nicht, da starker Wind herrscht und wir sofort die Segel setzen. Die Windstärke ist zwar schön, nur kommt der Wind leider aus der Richtung wo wir hin wollen. Also heißt es Höhe laufen und wir erwarten einen Manöver-reichen und langen Segeltag. Im Laufe des Tages kommt ungeahnterweise schnell die Flaute. Schade, so wird das Höhe laufen auch schwieriger. Dafür genießen wir den herrlichen Sonnenschein und können auf Deck und im Bugsitz Sonnenbaden. Völlige Entspannung macht sich breit. Aber um die Strecke bis Laesø zu schaffen, muss doch der Motor wieder ´ran. Abends (noch auf hoher See) genießen wir auf Deck superleckere Backkartoffeln mit noch leckereren Dips. Als i-Tüpfelchen gibts einen stimmungsvollen Sonnenuntergang. Es wird langsam dämmrig, wir tasten uns entlang zahlreicher Fischerfähnchen an Laesø heran. Im Dunkeln erreichen wir die Hafeneinfahrt, die nicht nur sehr eng sondern auch noch unbeleuchtet betonnt ist. Aber wir sind ja nicht 99,98sm gefahren, um uns davon abhalten zu lassen, in diesem Hafen anzulegen. Hafenkino gibts nicht mehr, dafür ist es zu spät (22 Uhr). Der Wind ist zwar frisch, wir bleiben aber noch lange an Deck und genießen den Abend. Und fragen uns bis heute, ob Candida (der Name unseres Nachbarbootes) ein adäquater Schiffsname ist, oder nicht doch ein ungeliebter Darmpilz (candida albicans).

Tag 6 Donnerstag. 31.8.06
Laesø – Göteborg

Der Wind pfeift schon nachts mit 5-6 durch die Takelage und frischt am Vormittag noch auf. Beim Segeln fahren wir Achterbahn: Die Wellenberge schieben sich auf 1,5 bis 2m auf, z.T. sogar auf 3m. Wir werden von gischtschäumender See übersprüht. Damit nicht nur das Teakholz der Yacht etwas von den imprägnierenden Eigenschaften des Salzwasser hat, nimmt Kerstin für sich eine ganze Welle in Anspruch. Schnell segeln wir bis in die Schärengärten von Göteborg. Die Felsenlandschaft im Wasser fasziniert uns. Während manche Schären ungenutzt sind, sind andere mit den essenziellen Besitztümern der Schweden komplett bebaut: 1 Haus, 1 Leuchtturm, 1 Fahne – mehr passt nicht drauf. Das Schiffs-Verkehrsaufkommen ist groß, wir sehen sogar einen Windsurfer. Und dank guten Augenmaßes passen wir sogar unter einer 45m hohen Brücke durch. Wir peilen den citynahen Hafen vor der Göteburger Oper an. Wie alle bisherigen Anleger erweist sich auch dieser Hafen als eine gute Wahl. Zur Gemüsepfanne mit Reis gibt´s auch wieder abwechslungsreiches Hafenkino geboten. Melancholie macht sich breit, denn morgen wird nicht mehr gesegelt, sondern Abschied genommen.

Tag 7 Freitag, 01.9.06
Hafentag in Göteburg

Wir wissen schon fast nicht mehr, was das ist, aber heute haben wir´s getan: Ausgeschlafen (Ausnahme: Brötchen holen und Eier kochen hat Ralf gemacht, wir freuen uns und Ralf gähnt verstohlen)! Nie haben wir so lange gefrühstückt. Stefan, Dana und Kerstin packen ihre Sachen, da sie nur den einwöchigen Törn gebucht hatten und heute von Bord gehen. Nachmittags nutzen einige von uns die Zeit, sich Göteborg anzugucken. Aber es tut auch gut, das Stadtgewimmel wieder hinter sich zu lassen, und auf die Anthana zurück zu kehren. Abends räumen wir den Kühlschrank leer und machen allgemeines Resteessen. Leider beginnt es so zu regnen, dass wir trotz Bimini nicht an Deck bleiben können. Zum Führen des Gästebuchs lassen wir unsere gemeinsamen Erlebnisse noch mal aufleben und tauschen per DVD Fotos aus. Um 1:45 Uhr nachts ist Schluss mit der trauten Runde, Kerstin muss los, da sie jetzt mit dem euroline-Bus zurück fährt. Dana und Stefan bleiben noch ein paar Tage in Göteborg und ziehen los in ihr Hotel. Thomas, Ralf und Olli bekommen morgen einen neuen Mitsegler, der die 2. Törnhälfte gebucht hat. Wir verabschieden uns voneinander und vermissen uns jetzt schon.

Tag 8 Samstag, 02.9.06
Anfang und Ende…

Für Dana und Stefan heißt es endgültig „Tschüß“ zu sagen zur Anthana.
Arne sagt „Hallo“.

Fazit von Kerstin:
Für mich wars eine wunderbare Zeit. Als Segelküken einzutauchen in eine ganz neue, faszinierende Welt, in der sich hervorragend entspannen lässt. Und das Team - total klasse, ich habe mich superwohl gefühlt. Schon auf der Bus-Rückreise habe ich geradezu Entzugserscheinungen bekommen, werde also sicher wieder Segeln gehen. Am besten wieder mit Euch.

Fazit von Dana:
Diese Woche auf der „Anthana“ war für mich wunderschön, erlebnis- und abwechslungsreich, wir haben viel gelacht, haben uns wunderbar ergänzt und gut zusammengearbeitet. Und, ich habe mich sicher gefühlt – ganz zu schweigen von der passenden Bettwäsche (bin noch ganz hin und weg). Die vielen Kleinigkeiten machen die „Anthana“ zu dem, was sie ist – eine komfortable-entspannt-mitsegeln-Segelyacht. Es war ein toller Urlaub – ich zehre noch davon, bin noch fasziniert von den Wellenbergen und –tälern (und von dem Unterschied des Erlebens: ob man nun am Steuer steht oder im Cockpit sitzt – Wahnsinn). :-) Ich wäre sofort wieder dabei!!!!!!

Fazit von Olli (zur 1. Woche):
Eine super lockere Crew, mit einem Teamgeist der seines Gleichen nicht Nocheinmahl gibt, das erlebt man nicht alle Tage. In fünf Segeltagen (ab Laboe) von Kiel nach Göteborg, dass kann man sicherlich nicht Toppen – oder doch? ........ Ich hoffe, dass es irgendwie gelingt, dass wir uns einmal wieder sehen, um wieder zusammen entspannt auf der ******* SY-Anthana mit dem "Parasail" bei Thomas mitzusegeln. Die Frage ist, ob die angegebenen "Luxus-Sterne" ausreichen? - Eher nicht!



Stefans Rückblick

Ich durfte gleich mal einige Vorurteile über Bord werfen. Nein, elektrische Winschen sind kein Teufelswerk. Man kann sich verdammt schnell an diesen Komfort gewöhnen und mags dann nicht mehr missen. Die E-Toilette und das ATIS-System habe ich auch sofort ins Herz geschlossen. Gleichwohl muss mal höllisch aufpassen, dass man sich nicht doch irgendwann blind auf die ausgefeilte elektronische Navigationstechnik verlässt und dadurch die notwendige Kartenarbeit unter den Tisch fallen lässt. Ich fand den Törn sehr erholsam und in vielerlei Hinsicht lehrreich. Ich bin froh, dass mich die Wellen nicht an die Reling trieben und habe mich auch dank der tollen Crew und des Skippers prächtig erholt. Es war ein toller und unterhaltsamer Törn!

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Eigentlich gehört dieser Eintrag ja ins Gästebuch, aber die Crew hat so schön den Törnverlauf beschrieben, dass ich ihn einfach hier rein stellen mußte.


07.09.2006weitere Bilder in der Galerie  
Lat 54° 24,2' N      Lon 010° 13,1' E
Segeltörn von Korsör nach Laboe
W um 5, abends NW-N, etwas zunehmend - soweit zur Prognose. Doch wir haben 1-2 aus NNW und kommen seit 0920 nicht so richtig voran: nach drei Stunden kaum mehr als 10 sm... doch dann endlich: WNW mit 4-5 - wir müssen später sogar das zweite Reff einbinden und laufen bis kurz vor LT Keldsnor plötzlich 10 kn und passieren schon um 1800 die Tonne T5 des Schießgebietes zwischen Kiel und Fehmarn. Der Wind briest weiter auf und dreht rück - kommt fast genau entgegen, sodass wir nach so viel Segelspaß des heutigen Segeltages kurzerhand für die letzten wenigen sm den Motor anwerfen und um 2000 in Baltic Bay liegen.


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