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Logbuch der Anthana << aktueller Logbucheintrag


13.07.2007 
Lat 59° 19,58' N      Lon 018° 05,47' E
Stockholm Vasahamnen - Ende vom Segelurlaub und Neubeginn
Gestern mussten wir noch im Päckchen festmachen und heute können wir nach dem Frühstück einen eigenen Liegeplatz in Vasahamnen ergattern: für den Transport der Taschen und Seesäcke auch viel besser... leider mal wieder heißt es Abschied nehmen...

In Kiel würden sich dann Becki und Rene der Yacht annehmen ... doch hier in Stockholm ist der Skipper selbst gefragt. Doch vorher heißt es noch einen Boj Grip - auf Deutsch: Bojenfänger oder -greifer - zu besorgen; bislang konnten wir in keinem schwedischen Hafen einen solchen kaufen und hier in Stockholm müsste doch einer auf zu treiben sein. Nach Auskunft des Hafenmeisters einmal kurz mit der Fähre rüber nach Gamlastan und dort einen Fußmarsch von einer halben bis dreiviertel Stunde und dort im Sea Sea soll man einen Boj Grip bekommen - was tatsächlich klappt. Schon ist der ganze Nachmittag vorbei - eine kleine Ruhepause und dann soll das Yachtreinigungsprogamm losgehen... Kaum sind die Reinigungsmittel heraus gesucht, piepst das Handy: Andrea und Hanna kündigen sich der SMS an - in einer Stunde möge ich sie von der Central Station abholen. Also Reinigungsmittel wieder weg, die Yacht abschließen und statt Reinigungsprogramm heißt es, sich auf Begrüßungsprogramm einzustellen... das ganze endet mit einem sehr guten und schönem Essen im Restaurant - das Reinigungsprogramm ist auf morgen früh verschoben.


12.07.2007 
Lat 59° 19,58' N      Lon 018° 05,47' E
Letzer Teiltörn auf der Segelreise von Kiel nach Stockholm
Das Wetter soll vorübergehend wieder schlechter sein: S-SE zunehmend 5-6, garniert mit einzelnen Schauer- und Gewitterböen. Da wir uns in den Schärenfahrwassern befinden, hoffen wir, davon nicht betroffen zu sein. Allerdings bewölkt sich der Himmel sehr schnell und wir sehen wieder dieses fahle Licht des Nordens, das erscheint, sobald der Himmel bewölkt ist.

Wir motoren heute nur - auf diese 10% mehr an Motorstunden für noch nicht einmal 5% der Gesamtstrecke (586 sm) kommt es nun auch nicht mehr drauf an - und nutzen das Nebenfahrwasser Baggensfjärden - Stockholm, das nördlich von Saltsjöbaden beim Leuchtturm Boo abzweigt. Baggensstäket ist ein sehr enges, aber sehr reizvolles Fahrwasser, das uns eine schnelle Reise nach Stockholm ermöglicht (zur Abwechslung schüttet es mal wieder wie aus Eimern). Der enge Kurs wird durch die Touristenschifffahrt nicht gerade erleichtert - insbesondere, wenn die Kapitäne fahren wie die schlimmsten Busfahrer.

Unser Weg führt uns dicht an hohen, mit Villen bebauten Felsen und privaten, kleinen Steganlagen mit zum Teil protzigen Yachten vorbei. Gegen 1230 machen wir an der Außenmole an dem niederländischen Stahl-Motorsegler Poolster im Päckchen fest. SPäter erscheint tatsächlich Sealord, der wir anbieten, dass sie sich direkt an der Poolster (wg. Stahl an Stahl) festmachen und wir uns als Dritter bei der Sealord anlegen. Da aber vor und hinter uns Catamarane seitlich vorstehen, verzichtet der Skipper der Sealord auf unser Angebot und sucht sich einen anderen Päckchen-Platz.

Jetzt, wo ich gerade diesen Logbucheintrag schreibe, kommt auch endlich die Sonne wieder zum Vorschein... Die Mitsegler haben zwischenzeitlich das Vaasa-Museum besucht und gleich gibt es lecker Abendessen.


11.07.2007 
Lat 59° 09,64' N      Lon 018° 25,8' E
Von Ankarrudden durch das Schärenfahrwasser nach Dalarö
Für die N-liche Ostsee sind S-liche Winde 3-4 vorhergesagt, die wir nutzen, um zunächst nach Nynäsham zu segeln. Dort bunkern wir Lebensmittel, Wasser und Diesel - fragen uns schon, ob die Schweden eigentlich mehr Boote als Autos haben. Selbst Babies werden nebst Babywagen und Omi im Ruderboot verstaut und auf geht es von einer Schäre zur Nächsten.

Nach dem zweiten Frühstück zur Mittagszeit segeln wir weiter nach Dalarö - einem netten Touristenort sowie einstigem Seebad und Künsterlkolonie am Schärenfahrwasser nach Stockholm. Dort wollten wir eigentlich im Hafen Askfatshamnen liegen, aber anbetracht des zunehmenden Südwindes ist uns der Hafen doch zu eng und unruhig - gleiches trifft auf den benachbarten Hafen Bryggen zu, der außerdem noch extremem Schwell ausgesetzt ist. Also bleibt nur, die Schäre, auf der Dalarö liegt, zu umrunden und nach Dalarö Vadviken zu laufen, da der Dalarö-Kanal mit seiner Brücke für uns unpassierbar ist. In Vadviken machen wir am Kopf eines Steges fest - Vor- und Heckleine an den Schlengeln der Stegboxen.

Bei grünen Heringen genießen wir das merkwürdig anmutende nordische Abendlicht, das nicht zu enden wollen scheint...


10.07.2007 
Lat 58° 48,042' N      Lon 017° 50,169' E
Langer Schlag - Segeltörn von Idö (Västerviken) bis Ankarrudden (Landsort)
Gestern abend versprachen uns die offziellen Wetterfrösche die besten Segelbedingungen (W-SW um 4) so wie gestern... - heute morgen lauten sie auch nicht anders und dennoch haben wir zu Beginn unseres letzten großen Schlages (76 sm) nur ganz schwache achterliche Winde auf unseren NNE-lichen Kursen. So bald es geht, setzen wir das Parasail und genießen das Dahingleiten bei zunächst nur 4kn. Im Laufe der Zeit steigern wir uns auf über 7,5 kn, da der Wind im Laufe des Nachmittags nun doch noch zunimmt. Vor der Süd-Ansteuerung von Landsort bergen wir das Parasail und hinein geht es wieder in die wunderschöne Schärenwelt mit höchster Konzentration - vorbei an Öja hoch an die Südspitze von Torö bis nach Ankarrudden.

Ankarrudden selbst ist ein ganz kleiner Hafen auf Torö inmitten der Schären südlich von Nynäshamn - zugänglich über eine ganz schmale Baggerrinne und bietet Platz für max. 4 Yachten unserer Länge. Wir haben Glück und legen uns bei der Stahlyacht Sealord aus Hamburg ins Päckchen (2030 LT). Die Sealord will auch nach Stockholm und wir verabreden uns für Donnerstag Abend in Vasahamn.

Übrigens ist Markus nicht nur eine Super-Koch (ist er aus Berufung und auch tatsächlich von Beruf!) sondern hat auch noch die besten Adleraugen, die der Skipper je erlebt hat: mitunter erkennt er die dünnen Spieren, die die Schweden als Fahrwasser- und Kardinaltonnen verwenden, schon meilenweit im voraus - ein hervorragender Ausguck für jeden Schärentörn!


09.07.2007 
Lat 57° 42,25' N      Lon 016° 45,75' E
Schöner Segeltag von Kalmar nach Idö
Die offiziellen Stellen verkünden mal wieder eine Starkwind- und Sturmwarnung - es wird langsam langweilig! Windfinder.com verspricht für unsere geplante Route W-WSW 3-5.

Und genau so wird es: mit leicht raumen Winden düsen wir mit bis zu 9,3 kn gen Norden - insgesamt machen wir heute 66 sm in 9 Stunden gut und haben am Ende des Tages 443 sm auf der Logge.

Die letzte Teilstrecke durch die Schären laufen wir mit nur 4-5 kn und navigieren mit höchster Konzentration und Vorsichtigkeit. Traumhaft schön - der Schärengarten - und doch auch erschreckend, wie dicht unter Wasser die Schären liegen können...

Um 0800 ausgelaufen und um 1700 machen wir längsseits in Idö - einer Schäre, die seit dem 15.ten Jahrhundert als Lotsenstation und -ausguck diente - an der Aussenmole fest. Der Innenhafen ist für uns einfach zu klein und wir wollen nicht bis Västervik laufen, was letztendlich morgen früh wieder 1 Stunde extra kosten würde.


08.07.2007 
Lat 56° 39,8' N      Lon 016° 22,45' E
Erster Hafentag bei der Segelreise Kiel-Stockholm
Es muss eingekauft werden und Markus möchte einen Kulturtag... Die Sauna in den Hafenanlagen ist auch nicht zu verachten und darüberhinaus ist mal wieder eine Starkwind- und Sturmwarnung da...


07.07.2007 
Lat 56° 28,6' N      Lon 016° 19,5' E
Segeltörn von Grönhögen nach Kalmar
Die offziellen Vorhersagen für heute sind neuerlich nicht die besten: W 5-6, strichweise 7, Schauerböen, zeitweise diesig, See bis 2,5 m. WIndfinder.com spricht von WNW 4-5 und für später (S-lich von Kalmar) NW 2-4. Der Strom steht in den Hafen rein und lt. Hafenhandbuch soll er uns gefährlich werden können.

Der Wind pfeift ganz ordentlich in den Hafen und unser Nachbarlieger macht große Augen als wir ablegen. Wir ziehen uns ein wenig in den Hafen zurück um nicht eine ganz so enge Kurve aus dem Hafen heraus zu machen und steigern langsam die Fahrt voraus - am Ende der Hafeneinfahrt sind wir dann bei 5 kn und merken keinen Strom... Bei der 6 m Linie setzen wir die Genua und laufen 230° bis zur 20 m Linie - dort die Wende auf zunächst 350° - später dreht der Wind recht und wir können 360° bis 010° halten. SW-lich vom Windpark setzen wir auch noch das Groß. 10 sm vor Kalmar reicht uns der WInd nicht mehr und jockeln den Rest nach Kalmar, wo wir um 1340 fest an einer Heckboje liegen - und 377 sm seit Kiel hinter uns liegen.


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