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Logbuch der Anthana << aktueller Logbucheintrag


27.07.2007 
Lat 59° 19,6' N      Lon 018° 05,8' E
Tall Ship Race macht Station in Stockholm
Es ist Freitag und ein 14-Tages-Segelurlaub geht mal wieder zu Ende... Das Himmel weint auch - soll heißen, es regnet mal wieder... Auch dieser Crew ist es also nicht vergönnt den Kanal Baggenstaket bei strahlendem Sonnenschein zu erleben - doch alle finden den Kanal trotzdem klasse!

In Stockholm ist Tall Ship Race und 1 Million Besucher sollen erwartet werden - darunter werden bestimmt auch viele Segler sein - kriegen wir einen Liegeplatz? Also um 0900 Saltsjöbaden auslaufen und um 1115 bei Vasahamnen - doch ein freier Liegeplatz ist nicht zu finden. Die Poolster liegt immer noch da und wie vor 2 Wochen liegt die Swantje von Emden bei ihr im Päckchen - wir gehen bei der Swantje längsseits und haben im Rahmen der Möglichkeiten besten Landzugang.

Melanie und Thomas II helfen noch schnell das Nötigste und packen ihre Sachen, dann müssen sie schnell zum Bus, der sie zum Flieger bringt. Alle anderen bleiben noch mind. eine weitere Nacht, also gehen alle Mädels shoppen und treffen sich abends mit dem Skipper zum Essen im Sallys... sehr lecker. Ein schöner Ausklang des 14-tägigen Segelurlaubs in den schwedischen Schären und Alands.


26.07.2007 
Lat 59° 16,6' N      Lon 018° 19,0' E
Mitsegeln von Karlslund nach Saltjöbaden
NW 4, SW-drehend - so soll es werden. So wie gestern wird lang geschlafen und erst um 1100 laufen wir aus. Noch in der Bucht vor Karlslund setzen wir die Segel und segeln wieder an Dalarö vorbei. Dabei haben wir Winde um SW mit 3-5 BEaufort - je nach Abdeckung und Düseneffekte durch die verschiedenen Schären. Wir bereiten das Setzen des Parasails vor - Hanna will schon den ganzen Urlaub lang endlich mal unter Parasail segeln, doch bislang hat es sich nicht ergeben... WIr sind fertig mit den Vorbereitungen und ... nördlich von Ramön laufen wir gerade mit bis zu 8 kn als plätzlich der WInd komplett weg ist und die Segel einfallen. Eine halbe Seemeile weiter nördlich ist der Wind weider da - aber mehr aus N-NW - wir müssen kreuzen und können auch heute das Parasail nicht setzen. In Saltjöbaden kommt uns die junge Hafenmeisterin (wahrscheinlich Ferienjob) mit ihrem 250 PS Außenborder entgegen und weist uns einen Liegeplatz am Kopf eines Steges zu - wieder mit Heckboje. Bis wir dort sind, steht sie bereits am Steg und nimmt uns die Vorleinen an. Soviel Service hat seinen Preis: 450 Kronen ca. 45 EUR als Hafengebühr inkl. Strom - soviel haben wir noch nirgends in der gesamten Ostsee bezahlt. Und insbesondere in Schweden lag bislang die Hafengebühr immer unter denen in Dänemark oder Deutschland - also zwischen umgerechnet 5 und 15 EUR... Aber auch hier ist der KSSS (königlicher Segelclub Schwedens) zu Hause, womöglich liegt es daran... Das Hafenrestaurant sieht demtentsprechend aus - sehen und gesehen werden scheint hier Motto zu sein und ohne Reservierung geht gar nichts. Manchmal sieht man gar Damen mit Stöckelschuhen von Bord einer Yacht kommen und wir wundern uns, das diese mit ihren Stöckelchen nicht zwischen den Bohlen der Stege hängen bleiben...


25.07.2007 
Lat 59° 22,378' N      Lon 018° 40,882' E
Mitsegeln von Loknas über Dalarö nach Karlslund
Wechselnde Richtungen 4-5 Bft werden versprochen, doch hauptsächlich haben wir NW mit 2-4 Beaufort, je nach Abdeckung und Düseneffekten zwischen den ostschwedischen Schären.

Bei Dalarö spüren wir die Vorboten des Tall Ship Race, dass am Wochenende inStockholm Station machen soll: viele Traditionssegler liegen längsseits oder vor Reede und ein schwedischer Segler schaut mit seinem Fernglass nur auf die Attraktionen an Land. Auf Schallsignale reagiert er überhaupt nicht und blebt einfach auf Kollisionskurs und schaut durch sein Fernglass und schaut und schaut... Wir haben kaum Platz zum Ausweichen, es ist eng zwischen den Schären, viele Boote und Yachten nebst verrückten Jet-Ski-Fahrern sind auf dem Wasser - wir nutzen das bißchen Raum um abzufallen und prompt kommt der Fernglass segler auch wieder auf uns zu, noch ein Schallsignal und nun endlich weicht er aus.

Kurz vor Karlslund bergen wir die Segel und müssen mal wieder einen Liegeplatz erfinden. Abends gehen wir schön im Hafenrestaurant essen.


24.07.2007 
Lat 59° 22,378' N      Lon 018° 40,882' E
Wünsche der Crew
Die Vorhersagen versprechen sich mal wieder: S-SW 5, strichweise 6, etwas abnehmend, später nördliche Winde 2-4 heißt es. Tatsächlich haben wir nördliche Winde - allerdings nur mit 1-2 Bft und das gleich von Anfang an. Sopäter dreht der Wind um West mit Stärken von 0-2.

In den vergangenen Tagen berichtete der Skipper den MItseglern vom engen Kanal Baggenstaket im Süden von Stockholm und nun wollen sie ihn alle kennen lernen - koste es was es wolle. Schließlich will man zu Hause etwas zu erzählen hsben... Gestern Abend hieß es noch nach dem für die meisten anstrengenden Tag: bloß auch mal einen ruhigen Tag. Dementsprechend schlägt der Skipper Nörrtalje oder Furusund vor, doch ausgeschlafen und voller Tatendrang votiert die Crew mehrheitlich für Sandhamn - Schwedens Segelmekka. Von dort ist der Baggenstaket deutlich besser zu erreichen.

Gegen 1700 erreichen wir Sandhamn - viele Plätze sind frei und immer, wenn wir gerade an einem Platz festmachen wollen, kommt ein junger arroganter Schnösel des KSSS (königlicher Segelclub Schwedens) angelaufen und verjagt uns mit dem Argument, auch dieser Platz sei gerade reserviert - draussen sei eine Regatta...

Das bislang häufig erfolgreiche Erfinden von Liegeplätzen klappt auch nicht, also auf zum Alternativhafen Bullandö. Auf dem Weg dorthin entdecken wir auf der Nordseite von Vindö eine schöne Bucht: Loknas (wir nennen sie Lochness). Vorsichtig tasten wir uns in die Bucht und machen einfach an einem freien Platz vor Heckboje fest. Gisela, Kerstin, Hanna und Andrea treffen landseitig auf ein rühriges älteres Pärrchen, dass darauf hinweist, das dies ein Privathafen sei, wir aber für umgerechnet 5 EUR dort liegen können. Viele Deutsche kämen hierher - die Mädels erfahren weiterhin, wo die Söhne rund um die Bucht wohnen, wieviel Hektar Land der Schäre dem Paar gehört, usw. und sofort. Kurz richtig idyllisch und ohne jegliche Störung und glücklich, diese Bucht gefunden zu haben, verbringen wir den Abend und die Nacht in Lochness.


23.07.2007 
Lat 59° 46,002' N      Lon 019° 01,784' E
Rauhes Wetter beim Segeltörn von den Alands zur Ostküste Schwedens
Aufgrund der Sturmwarnung und der Ankündigung, dass der Sturm gegen 0400 OZ eintreffen soll, stellt sich der Skipper den Wecker dementsprechend. Der Wind ist dann zwar ein bißchen stärker, aber von Sturm noch keine Rede - also weiter schlafen.

Die neuen offiziellen Wettermeldungen beinhalten wieder eine Sturmwarnung mit einer See von 0,5 bis 1m. Windfinder.com verspricht ebenfalls östliche Winde, doch meint, dass eine Windstärke von größer gleich 6 erst ab 1400 OZ, also 1300 BZ erreicht wird und gegen Abend wieder abflaut.

Gemäß der Kürzestnavigation nehmen wir den kürzesten Weg aus den Aland-Schären und laufen um 0900 aus. Nach Klarieren der Yacht setzen wir die Genua und sind sehr schnell aus den Alands raus.

Kerstin hält sich tapfer, Hanna traut sich auch nicht mehr runter und Gisela mag nicht mehr nach unten schauen um sich bspw. die Regenhose anzuziehen. Der Wind frischt wie von WIndfinder versprochen auf und zusätzlich regnet es. DOch die See / Welle nimmt immer mehr zu - 1 bis 1,5 m und vereinzelt sind Wellensets von bis zu 2,5 bis 3 m dabei.

Erst nach Erreichen der Schären des ostschwedischen Küste nimmt die Welle deutlich ab und die Blasen können wieder entleert werden. Die Reststrecke nach Gräddö geht schnell vorbei, doch dort ist kein regulärer Liegeplatz mehr frei. SO erfinden wir einen am Stegkpof am Steg ohne Strom und Wasser und ... oh Glück ... der Hafenmeister meint, das hätte es bisher nicht gegeben, doch so sähe es gut und sicher aus.

Am späteren Abend wird die JOY vom KYC unfreiwillig zur Hauptdarstellerin des Hafenkinos. Sie lief nachuns ein und nahm sich einen Liegeplatz am Fähranleger... Gegen 2200 kam noch eine Fähre und hupte rund eine Viertelstunde bwvor sich auf der JOY überhaupt etwas tat... Damit wir besser etwas sehen konnten, nutzen wir unseren Suchscheinwerfer...


22.07.2007 
Lat 60° 01,811' N      Lon 020° 22,909' E
Beginn des Rücktörns Turku - Stockholm
Nach 183 sm und 2 Sturmtagen wollen wir es sicherheitshalber heute relativ weit schaffen. Doch der WInd spielt zunächst wieder mal nicht mit: Wie vorhergesagt weht es nur mit 0-1 Beaufort... die ersten beiden Stunden arbeiten Andrea und Gisela zusammen (Ruder / Navigation resp. Kartenarbeit); dann ist Gisela am Ruder und Kerstin traut sich an die Kartenarbeit, bis nach weiteren 2 Stunden Melanie und Thomas II die Wachführung übernehmen und nedlich nennenswerter Wind aus südlichen Richtungen für unsere westliche Kurse aufkommt und mit mit Genua und Groß segeln können.

Kaum, dass wir segeln können, kommt uns an einer sehr engen Fahrwasserpasssage eine Fähre namens Isabella entgegen. Optisch konnten wir sie noch lange nicht sehen, aber Dank des AIS-Systems wußten wir Ihr Ziel, ihren Namen nebst Rufzeichen ud konnten uns aufgrund des Ziels den voraussichtlichen Kurs nebst Ort des Zusammentreffens ausrechnen. Regulär würden wir Backbord-Backbord passieren, was uns einerseits mehr auf die nächste Untiefe drücken würde andererseits den Windschatten der Fähre bescheren würde. Also kurz Isabella auf Kanal 16 gerufen und mit ihr abgestimmt, dass wir green-green passieren. Allerdings mussten wir dem Kapitän erst unser Problem als Segler erläutern, bevor er sich darauf einlies. Dann klappte alles einwandfrei und wir winkten uns bei der Passage freundlich zu.

Gegen 1930 und nach 69 sm auf der Logge machen wir in Degerby auf Degerö vor Heckboje fest - wieder ziemlich eng am Kopfsteg mit dem Bug gen Ost. Immerhin mit dem Bug nach Ost... es soll in der Nacht deutlich aufbrisen - bis auf Sturmstärke und unsere Heckboje ist fast querab hinter unserem Nachbarlieger an Steuerbord - gut, dass wir das 50m lange Gurtband haben.


21.07.2007 
Lat 60° 26,2' N      Lon 022° 14,3' E
wir segeln den Rest von Nauvo bis Turku
Heute stimmt die VOrhersage der Wetterdienste mal wieder: NW-W 3-4.

Zum Ablegen müssen wir nach Steg-Leinen los den Heckanker herausbrechen - er hält und hält - der Fortress-Anker wird ja auch immer als Anker mit extrem hoher Haltekraft gelobt. Also Anthana s Heck direkt über den Anker navigieren, dann das Ankergurtband kurz auf die Winsch gelegt, angespannt und einer kleiner Motorschub... nun scheint er frei, doch Thomas II beschwert sich über das ungewöhnlich hohe Gewicht - er sei mehr als doppelt so schwer. Nach dem Liften stellt sich heraus, warum: richtige große Schlickbrocken kleben am Anker. Vorsichtig hebt Thomas den Anker auf die Badeplattform und alles wird eingesaut - Yacht und Thomas Klamotten. Er beherzigt Melanies Rat und zieht sich bis auf die Unterhose aus und reinigt mit Heckdusche und Bürste den Anker und das Heck während Melanie geschickt den Anker wieder auseinander baut und in der Backskiste verstaut.

Das Klarieren der Yacht dauert wohl insgesamt eine 1/2 Stunde und dann können wir endlich die Segel setzen und segeln bis in das Fahrwasser von Turku, bestaunen die Bescheidenheit der finnischen Villen auf den Uferfelsen nebst gleichfarbiger Bootsgaragen direkt am Wasser....

Um 1330 machen wir fest und besprechen die Einkaufsliste. Das Einkaufen selbst ist dank des Supermarktes, der nur 200 m entfernt ist, schnell erledigt. Nur Wein und Portwein sind nicht zu bekommen und so sprechen wir wildfremde Menschen auf der Straße an, wo wir einen ALCO-Shop finden können, um unsere Sucht zu befriedigen.


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